„7 Frauen“ : Mein first-person view (FPV) – Interpretationen zum Buch von Olivier Pont

#1: Chloé (S. 7 – 18)

Ich möchte mich verstecken, denn ich schäme mich. Ich möchte allein sein oder noch lieber tot. Ich hasse mich. Ich kann den Blick in den Spiegel nicht ertragen. Ich bin hässlich. Meine Brüste verkümmert. Rudimentäre Hautwölbungen unter meinem Shirt. Alles, was eine Frau ausmacht, fehlt mir. Weibliche Rundungen, sexbeseeltes Fleisch. Ich bin nur ein Schatten. Niemand nimmt mich wahr.

Ich hasse sie, hasse sie alle. Unter ihnen zu sein, fühlt sich wie eine Vergewaltigung meiner Seele an. Ihre Blicke, ich ertrage es nicht. Warum ist das Schöne, das Begehrenswerte so ungerecht verteilt? Gibt es jemanden, der mich lieben wird? Gibt es jemanden, der mich leidenschaftlich berühren wird?

#2: Mathilde (S. 21 – 31)

All die Jahre – Wie habe ich das nur ausgehalten? Als wäre ich unter Wasser gewesen, im Dunkel der tiefen Meere auf der Suche nach dem Licht von oben. Gegen alle Widerstände habe ich mich losgemacht, habe ich  mich aus den Fangen der Unterwasserschlingen befreit. Endlich. Ich blicke nicht zurück in die Leere, die lähmende Hülle, die mich umgab wie ein festsitzendes Korsett. Ich weiß nun, was meine Bestimmung ist.

Ich schreie auf. Ich gehe auf die Barrikaden. Wilde Leidenschaft treibt mich voran, für mein Leben, für die Liebe, für die Freiheit. Ich fühle endlich wieder Leben in mir, einen Sinn, eine Lust, die sich windet, aufbäumt, wehrt. Schaut mich an, schaut alle her, und macht es mir gleich: Befreit euch aus den Zwängen, aus den Händen, die euch festhielten, züchtigten, euch zum Schweigen brachten. Schreit und seid frei!

#3: Alison (S. 35 – 47)

Und letztlich wird man doch nur auf seine Nacktheit reduziert. So ein Wahnsinn. Das kann doch nicht wahr sein. Alles nur für die Quoten. Ihr Dreckschweine – Ich habe genug von euch. Ich werde mich nicht länger für diese Branche, dieses dreckige Geschäft prostituieren.

Ich muss hier raus, brauche Luft zum Atmen. Ich fahre weg, ganz weit weg von hier. Auf Nimmerwiedersehen! Macht ohne mich weiter. Adios! Das Glück liegt woanders. Ob ich noch Zeit dafür habe? Aber sicher, bestimmt, na klar. Ich nehme Abschied und beginne ein neues Kapitel. „Genau die richtige Jahreszeit…“

#4: Sylvia (S. 51 – 63)

Woran soll man sich festhalten, wenn alles, an das man je geglaubt hat, einen hintergeht? Welchen Sinn hat mein Leben, wenn die Grundfeste meiner Beziehung zerschlagen werden, als wäre das alles niemals von Wert gewesen? Dieser Schlag ins Herz, er hat es kaputt gemacht. Ich hatte es schon geahnt. Er war so verändert.

Ich bin nicht traurig, nicht zornig. Ich bin nicht nachtragend. Ich werde mich rächen. Ganz einfach, schlicht und simpel. Hush, Baby – Don’t say a word. Ich tue das, weil du es verdient hast. Und ich? Ich werde damit zurecht kommen…

#5: Fanny (S.67 – 80)

Mmh… Wie schön das Leben ist, und wie schnell es an einem vorbei zieht. Ich spüre den Wind, lausche den Stimmen und bin ganz bei mir. Ich danke dem Leben für das, was ich hatte. Es war eine schöne Zeit. Ich werde es vermissen… Ich möchte zum letzten Mal genießen. Tief in mir ruhend nehme ich mein Schicksal an. Ich bin sicher nicht allein damit. Es ist okay.

Ich möchte mich daran erinnern, an das, was mein war. Der Schönheit der Natur dankend würdigen. Ich möchte nicht verbittert werden. Ich nehme die Chance mit, noch einmal mich selbst in der Weiblichkeit meiner Selbst wiegend. Seht her, wie schön ich bin! Schon komisch, dass alles, was für uns wesentlich ist, so verletzlich ist. Und plötzlich sind wir nichts mehr als ein Stück Fleisch. Soll ich die Liebe trotzdem wagen? Wird der Schmerz vorübergehen? Wird alles wieder, wie es einmal war? Ich habe ein wenig Angst. Alles ist still…

#6 Elikya (S. 83 – 96)

Eher sterbe ich als dass ich das mit mir machen lassen. Dieses Leben will ich nicht leben! Ich will nicht gefangen sein. Ich laufe weg – egal wohin, nur weg von hier. Es ist hoffnungslos. Es gibt keinen Ausweg. Ich habe mich entschieden mein Leben aufzugeben – nur so kann ich frei sein…

Da greift plötzlich eine Hand nach mir und holt mich zurück. Sie ist freundlich und warmherzig. Bin ich eine Göttin? Ich habe den Tod gesucht und Leben gebracht…

#7 Fleur (S. 99 – 116)

Ich liebe mein Leben. Dass ich so viele Frauen glücklich machen kann mit solch kleinen Aufmerksamkeiten. Ich mag es, ihnen zuzuhören. Sie kommen zu mir, oft verunsichert und ängstlich. Sie gehen erhobenen Hauptes, glücklich und voller Zuversicht. Ich ahne, dass sie eine schöne Zeit haben werden.

Ich mag meine Arbeit, ich mache Menschen glücklicher. Ich glaube, viele sehen in mir eine Art Mutterfigur, eine Psychologin, eine Mentorin. Ich mache ihnen Mut. Ich verurteile sie nicht und beurteile nicht. Ich helfe ihnen da hinzukommen, wo sie hin wollen, die zu sein, die sie gern sein wollen und sich dabei trotzdem treu zu bleiben.

Ich liebe mein Leben, denn ich bekomme soviel zurück…

Nachwort:

7 Frauen“ regte mich dazu an, mich auf eine kreative Art und Weise mit dem Werk zu beschäftigen. Ich hatte das Bedürfnis, den 7 Frauen einen Hauch meiner Gedanken hinzu zu tun. Ich wollte eine experiementelle Auseinandersetzung, die mir als Leserin die Möglichkeit gibt, meinerseits künstlerisch tätig zu sein.

Es ist ein ruhiges, feinsinniges Buch. Es regt zum Nachdenken an und macht uns Frauen Mut, uns selbst zu lieben und für unsere Ideale einzustehen. Wir sind in jeder Hinsicht ein starkes Geschlecht, auch wenn wir das selbst machmal gar nicht wahrhaben oder überhaupt erkennen wollen. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass es sich lohnt, für sich selbst das Beste, das Richtige zu tun, und nicht immer nur für die da zu sein, die unseren Wert gar nicht erkennen.

Ein wundervoll zärtliches Buch von Olivier Pont, schlicht und liebevoll – Eine tiefgründige Hymne auf das „Paradies auf Erden“, in jeder Hinsicht zu finden zwischen den Brüsten einer Frau.

Ich vergebe 5 Sterne!

1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne
* * * * *

Kaufinformationen Splitter – Verlag :

ISBN: 978-3-95839-481-0, erschienen: 18.09.2017, Autor & Zeichner: Olivier Pont, Einband, Hardcover, Bookformat, Seitenzahl: 120, Band 1 von 1
19,80 EUR

inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand

 

Cover und Abbildungen © Splitter – Verlag.

Advertisements

Ein Kommentar zu „„7 Frauen“ : Mein first-person view (FPV) – Interpretationen zum Buch von Olivier Pont

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s